Diascanner mieten?

Was Sie vorher wissen sollten!


Ist es eine gute Idee, sich einen Diascanner zu mieten? Es kommt darauf an!

Vier gute Gründe sprechen dafür:

1. Sie möchten Ihre Dias unbedingt selbst einscannen

Sie möchten Ihre Bilder unbedingt selbst einscannen, zum Beispiel weil Ihre Dias sehr privater Natur sind und sie partout nicht möchten, dass sie jemand anderes sieht. In diesem Fall macht das Mieten oder Kaufen eines Scanners gegenüber der Beauftragung eines Dienstleisters Sinn.

2. Sie sind ein Fan von Fototechnik

Es macht Ihnen schlichtweg Spaß mit dutzenden Einstellungen an der Scansoftware zu experimentieren, um wirklich das Beste aus Ihren Bildern heraus zu holen.

3. Sie haben sehr viel Zeit

Wer sehr viel Zeit zur Verfügung hat – und die braucht man für das Scannen – für den kann es Sinn machen, sich in die Technik einzufuchsen und die Dias selber einzuscannen.

4. Sie haben nur wenige Dias

Gerade für kleine Mengen an Dias, die man selber scannen will, ist das Leihen eines Diascanners eine gute Option.


Es gibt aber auch 7 wichtige Gründe, die gegen das Mieten eines Diascanners sprechen:

1. Es ist schwieriger als man denkt!

Auch wenn viele Anbieter mit Einführungsvideos werben und es tatsächlich nicht schwierig ist, einen Scan in einfacher Qualität zu erzeugen, ist das sicherlich nicht, was Sie sich für Ihre Erinnerungen wünschen. Das Herausarbeiten der optimalen Einstellungen ist aber sehr mühselig.

Sie müssen sich über lange Versuchsketten an das optimale Ergebnis für die eigenen Dias herantasten und das dauert einfach seine Zeit. Schnell ist dann die vereinbarte Mietzeit aufgebraucht und der Druck wächst, da der Mietscanner zurückgegeben werden muss, obwohl man gerade erst die richtigen Einstellungen herausgefunden hat.

2. Das Scannen ist nur die halbe Miete

Auch wenn die Hersteller von Scannern gerne vollmundig mit den Ergebnissen der Scansoftware werben, ist dies nur der erste Schritt. Es stimmt zwar, dass die Scansoftware oft wahre Wunder vollbringt. Dennoch reicht das allein in 95% der Fälle nicht aus.

Für eine wirklich gute Qualität müssen die Bilder per Hand in Photoshop nachbearbeitet werden. Wenn Sie sich aber mit der Bildbearbeitung nicht auskennen und die Software vielleicht auch gar nicht besitzen, kommen Sie hier nicht weiter – es sei denn, Sie geben sich mit dem suboptimalen Ergebnis zufrieden.

3. Sie brauchen verständnisvolle Nachbarn

Die typischerweise für die Vermietung genutzten Diascanner haben leider eine schlechte Eigenschaft: Sie sind extrem laut!

Angesichts der langen Scandauer (siehe nächster Punkt) benötigen Sie sehr verständnisvolle Nachbarn bzw. Ehepartner, die bereit sind, wochenlang und rund um die Uhr das Rattern des Scanners zu ertragen. Eine Kostprobe? Bitte:

4. Es dauert wirklich sehr lang

Aus unserer Sicht geben viele Anbieter zu optimistische Zeiten für die Scandauer pro Dia an. Teilweise wird hier mit 2-3 Minuten pro Dia gerechnet.

Wenn Sie allerdings eine ausreichend hohe Auflösung wählen, die sinnvollen Fehlerkorrekturen einschalten und möglicherweise auch keinen für die Bildbearbeitung ausgelegten Hochleistungs-PC zu Hause haben, dauert es schnell sechs Minuten, ein Dia zu scannen.

Das hört sich erstmal nicht schlimm an, aber so braucht ein 50er Magazin dann schnell mal seine vier Stunden.

Mit den typischen Aufhängern und Abbrüchen der Diascanner erzielen Sie ein gutes Ergebnis, wenn Sie zwei bis drei 50er Magazine (Dauer immerhin acht bis zwölf Stunden) pro Tag digitalisieren.

Und Ihren Computer können Sie in dieser Zeit natürlich auch nicht für etwas anderes nutzen. Was Sie aber wahrscheinlich auch gar nicht wollen, da der ohrenbetäubende Lärm des Scanners aus nächster Nähe eh nicht zu ertragen ist …

5. Die üblichen Risiken und Probleme beim Mieten

  • Man muss mitunter eine hohe Kaution hinterlegen. 400€ sind nicht unüblich.
  • Woher weiß man, welches Gerät man leihen soll?
  • Was passiert, wenn das Gerät kaputt geht?
  • Woher weiß man, dass das Gerät nicht schon „ausgenudelt“ ist?
  • Das Gerät ist möglicherweise nicht erhältlich, wenn es einem zeitlich passt.
  • Man wird nicht im Mietzeitraum fertig.

6. Es rechnet sich nur bei einer sehr kleinen Diasammlung

Oftmals muss man den Diascanner für mindestens eine Woche mieten und kann dann einzelne Tage dazu buchen. Die Preise schwanken dabei zwischen ca. 80 und 120€.

Wenn Sie aber (wie unter Punkt 4 geschildert) nur etwa 100 Dias pro Tag schaffen, dann sieht das Angebot schon nicht mehr ganz so verlockend aus. Besonders, wenn Sie auch mal einen Tag vom Scannen frei nehmen wollen und wenn Sie den Aufwand für das Einarbeiten in die Materie berücksichtigen.

Jetzt ist aber die Bildbearbeitung noch nicht erfolgt und diese erfordert nochmals mehrere Minuten pro Bild (wenige Minuten für einen Profi, deutliche länger für den Laien).

Sie sehen, das ganze rechnet sich also nur, wenn es Ihnen so viel Spaß macht, dass Ihnen die Zeit nichts „wert“ ist. Wir können Ihnen aber versichern, dass die Bildbearbeitung in Serie den wenigsten Menschen Spaß macht, da sie der Fließbandarbeit nicht unähnlich ist.

Schnell werden Sie feststellen, dass sie für das Digitalisieren von 500 Dias sieben Tage gescannt haben und nochmal so lange die Bilder nachbearbeitet haben. Neben der Miete für den Scanner mussten Sie dazu auch noch eine Bildbearbeitungssoftware kaufen.

Bei einem Dienstleister wäre es auf den gleichen Preis hinausgelaufen, aber Sie hätten eine bessere Qualität erhalten und hätten zwei Wochen frei gehabt.

7. Stand der Technik

Die für den Verleih zur Verfügung stehenden Geräte gehören nur zum Mittelfeld dessen, was an Diascannern zur Auswahl steht. Professionelle Scanfirmen verwenden sehr gute Scanner, die nicht selten um die 10.000€ kosten und nicht einfach zu transportieren sind. Mit ausreichend Fachwissen um die richtigen Einstellungen schaffen Sie es sicherlich, eine solide Qualität aus den Scans zu holen, mehr aber auch nicht.

Zudem wird oft nicht bedacht, dass man mitunter viel Zubehör braucht. Wenn sich ihre Diasammlung z.B. nicht in Magazinen befindet, die zum jeweiligen Scanner passen, was machen Sie dann? Führen Sie jedes Dia einzeln ein? Kaufen Sie sich zusätzlich Diamagazine? Oder stehen Sie alle vier Stunden Gewehr bei Fuß, um alte Dias aus einem Magazin auszuräumen und neue einzuräumen?

Haben Sie eigentlich ein Druckluftsystem, um die Dias von Staubpartikeln zu befreien? Wechselrahmen um beschädigte Diarahmen austauschen zu können?

Dies hört sich alles erstmal nicht wild an, kann aber schnell sehr frustrierend sein, wenn einfache Hilfswerkezuge fehlen oder nicht in ausreichender Menge vorhanden sind.


Unser Fazit:
 
Aus unserer Sicht überwiegen daher klar die Gründe GEGEN das Ausleihen eines Diascanners. Selbst wenn Sie viel Zeit haben, Ihnen Fototechnik Spaß macht und nicht möchten, dass jemand Drittes Ihre Bilder sieht, macht es eigentlich nur Sinn, sich einen Diascanner zu mieten, falls sie schon wissen wie der Scanner genau funktioniert und sie nur eine kleinere Anzahl an Dias besitzen, die in relativ kurzer Zeit digitalisiert werden kann.
 
In allen anderen Fällen macht es sicherlich mehr Sinn, sich stattdessen einen Scanner zu kaufen und diesen nach Abschluss der Arbeiten weiter zu verkaufen. Alternativ können Sie sich auch gerne von uns Ihre Dias digitalisieren lassen. So gehen Sie sicher, dass Sie das bestmögliche Ergebnis erhalten und müssen Ihre Wochenenden nicht mit dem Erlernen von Fototechnik und Bildbearbeitung verbringen.